LeProblemo Posted June 10 Posted June 10 Guten Morgen. An welchem Zeitpunkt sollte man eigentlich das Spitzensignal von Pc1 auf Pc2 wechseln, wenn man ins Gegengleis fährt? Sobald erkennbar ist, dass die Fahrt in selbiges führt? Sobald man am letzten Hauptsignal davor vorbei gefahren ist? Sobald die Lok im Gegengleis angekommen ist oder erst wenn der gesamte Zug drüben fährt? Und wann wechselt man wieder zurück auf Pc1?
Moooritz Posted June 10 Posted June 10 Ich handhabe es so, dass ich entweder direkt am W24 (Signal für den Auftrag zum Befahren des Gegengleises) umschalte oder aber eben wenn man physisch wirklich ins Gegengleis fährt (über die Weiche). Sobald man im Gegengleis fährt, sollte man aber Pc2 eingeschaltet haben. Zurückwechseln auf Pc1 am einfachsten direkt beim Rüberwechseln aufs Regelgleis, sonst vergisst mans. Wenn mans auf Deutschland projiziert (Umschalten des Fahrplans auf Regel-/Gegengleis), ist es nur wichtig, auf der freien Strecke den Fahrplan richtig eingestellt zu haben, da im Bahnhof kein Regelgleis oder Gegengleis existiert. 1
LeProblemo Posted June 10 Author Posted June 10 Welchen Hintergrund hat das eigentlich, dass es für das Fahren im Gegengleis ein eigenes Spitzensignal braucht? Ist da eher die polnische Eisenbahn besonders oder die deutsche? Denn einen sinnvollen Grund dafür kann ich mir gerade nicht ausdenken.
mateusz424 Posted June 11 Posted June 11 (edited) 9 godzin temu, LeProblemo napisał(a): Welchen Hintergrund hat das eigentlich, dass es für das Fahren im Gegengleis ein eigenes Spitzensignal braucht? Ist da eher die polnische Eisenbahn besonders oder die deutsche? Denn einen sinnvollen Grund dafür kann ich mir gerade nicht ausdenken. Signal Pc 2 gibt dem Lokführer Gewissheit darüber, auf welchem Gleis sich der entgegenkommende Zug befindet. Wenn Lokführer nachts oder bei schlechter Sicht aneinander vorbeifahren, können Scheinwerfer blenden und die Einschätzung von Entfernungen und Gleisverlauf (z. B. in Kurven) erschweren. Ohne Pc 2: Sieht der Lokführer drei weiße Lichter (Pc 1), geht er davon aus, dass der entgegenkommende Zug auf dem benachbarten (Haupt-)Gleis fährt. Mit Pc 2: Erscheint ein rotes Licht rechts (aus Sicht des Beobachters), signalisiert dies sofort: „Dieser Zug fährt auf meinem Gleis oder auf einem Gleis, das ich bald kreuzen werde.“ Edited June 11 by mateusz424 3
FirstAid Posted 10 hours ago Posted 10 hours ago Könnte gut möglich sein, dass das auch noch ein (sinnvolles) Überbleibsel aus ganz alten Zeiten ist, wo die Kommunikation Fahrdienstleiter (damals Expedient) - Streckenwärter - Zugpersonal gar nicht, oder nur sehr eingeschränkt möglich war. Auf der Kaiser Ferdinand Nordbahn (die ja bis nach Polen reichte) war das zumindest 1887 eine gängige Praxis, wie der Screenshot zeigt (© C. Hager „Eisenbahn-Sicherungsanlagen in Österreich – Band 2: Signale“) Wer sich mit dem Lesen von Fraktur plagt, hier eine auszugsweise "Übersetzung". Die heutzutage seltsam anmutende Schreibweise habe ich so belassen. "IV. Signale am Zug §. 42 .... c) Auf doppelgeleisiger Bahn, wenn der Zug auf dem unrichtigen Geleise fährt. Bei Tag. Eine Scheibe auf der Vorderseite der Locomotive. Bei Dunkelheit. Zwei roth leuchtende Laternen vorne an der Locomotive." Auch wann das Signal zu wechseln ist wurde, wenn auch nur sehr ungenau, definiert: "Wenn daher ein Zug oder eine Maschine bei Dunkelheit von der Doppelbahn auf die einfache oder von der einfachen auf die Doppelbahn übergeht, so müssen vorne an der Maschine die Lichtsignale gewechselt werden"
Recommended Posts